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Der 1.Herrenmannschaft des TTC BW Datteln dürften die letzten 18 Monate vorkommen wie in einem Traum. Graues Landesliga-Mittelmaß war bis zum Sommer 2016 der Alltag der Kanalstädter und der erreichte Klassenerhalt am Saisonende immer ein Grund zu feiern. Was seitdem passiert ist, erscheint wie ein kleines Märchen. Es folgten 17 Siege am Stück und ein wahrlich beeindruckendes 9:1 gegen den Tabellenzweiten aus Werne, durch das die Blau-Weißen den Meistertitel in der Landesliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga klarmachten.

 

Die Vorfreude auf die anstehende Verbandsligasaison war im Sommer 2017 groß, allerdings auch im Wissen, dass die Mission Klassenerhalt in einer guten, sehr ausgeglichenen Liga ein sehr schwieriges Unterfangen werden würde. Doch wieder überraschten die Dattelner alle TT-Experten. Als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt, folgten nach zwei Niederlagen aus den ersten drei Spielen SIEBEN ungeschlagene Spiele in Folge – Lohn dieser imposanten Serie: Platz 3 nach der Hinrunde mit acht Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und nur zwei Punkte hinter dem 2.Platz, der in die NRW-Liga führen würde.

 

Die erstaunliche Entwicklung der Blau-Weißen ist nicht unbemerkt geblieben und so gehören die Männer um Kapitän Christian Westhoff zu den vom Medienhaus Bauer nominierten Teams bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres 2017 im Kreis Recklinghausen www.recklinghaeuser-zeitung.de/verlagsservice/service/sportlerwahl-201718/Kreissportlerwahl-2017-Vorschlaege-Mannschaft-des-Jahres-im-Kreis;art366830,2128417).

Besonders bemerkenswert macht den Erfolg, dass die Kanalstädter nicht wie viele andere Teams auf auswertige Neuzugänge setzen und sich Spieler einkaufen, sondern konsequent die eigene Jugend stärken. Alle in der Hinrunde eingesetzten Spieler haben den Umgang mit dem Tischtennisschläger in Datteln erlernt, spielen also für ihren Heimatverein. Das aktuelle Erfolgsrezept der  Kanalstädter liegt sicherlich in der mannschaftlichen Geschlossenheit. So ragen nicht ein oder zwei Spieler heraus und müssen die ganze Last des Gewinnens allein auf ihren Schultern tragen, sondern jeder Spieler ist in der Lage zu punkten und kann seinen Teil zum Erfolg des Teams beitragen. Zwar ragen bilanztechnisch Christian Westhoff im mittleren Paarkreuz (15:3) und Tobias Hans unten (13:5) leicht heraus, aber auch hier lohnt sich ein näherer Blick. So hat sich Jakob Adamowski, Brett 1 der Kanalstädter, nach leichten anfänglichen Startschwierigkeiten mehr als gefangen und weist zur Halbzeit der Saison eine ausgeglichene Bilanz auf (10:10). Noch beeindruckender sind die Zahlen von Youngster Niklas Ehlert (10:8), der zahlreiche Topspieler schlagen konnte und erst in den letzten beiden Spielern den vielen anstrengenden Spielen des Jahres etwas Tribut zahlen musste. Angesichts der vielen starken Gegner gerade im oberen Paarkreuz sind die Leistungen von Adamowski und Ehlert aber nicht hoch genug einzuschätzen. Neben dem starken Westhoff schlug mit Luis Eß der zweite Youngster in der Mitte der Blau-Weißen auf. Sieht die Bilanz von 5:11 auf den ersten Blick zwar nicht positiv aus, so hatte aber auch Eß entscheidenden Anteil an der Erfolgsgeschichte der Kanalstädter. So sicherte er mit unerwarteten Einzelsiegen gegen Herten, Greven und Lüdinghausen zu wichtigen Zeitpunkten in den jeweiligen Matches die Punkte für sein Team. Komplettiert wird die Mannschaft durch Marius Bilke (8:6), der zusammen mit Hans eines der stärksten unteren Paarkreuze der Liga bildete und seinen Wert beispielswiese in den letzten beiden Partien der Hinrunde eindrucksvoll unter Beweis stellte. Sowohl gegen Lüdinghausen, als auch gegen Ochtrup sicherte er mit seinen Siegen in der zweiten Einzelrunde das Unentschieden. Unterstrichen wird die mannschaftliche Geschlossenheit von der Doppelstärke der Dattener Erstvertretung. Mit 20:13 steht man auch hier auf Platz 3 im Ligavergleich.

 

Die Rückrunde beginnt für den TTC BW direkt mit einem Paukenschlag - am Sonntag, den 14.01 um 10Uhr in Beckhausen. Rein tabellarisch ein absolutes Spitzenspiel, wenn der Zweite auf den Dritten trifft. Das Hinspiel in eigener Halle ging mit 6:9 verloren und auch im Januar reist Datteln als Außenseiter nach Gelsenkirchen. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass sich das Team in dieser Rolle mehr als wohl fühlt. Das Selbstvertrauen ist in jedem Fall groß, auch wenn es aus Kreisen der Mannschaft heißt, dass man erst einmal die restlichen Punkte zum sicheren Klassenerhalt einfahren möchte. Wer den Ehrgeiz von Westhoff und Co allerdings kennt weiß, dass intern anders gesprochen werden dürfte und man sich vor allem gegen die Spitzenmannschaften Beckhausen und Münster einiges vorgenommen hat. Man wolle lernen, sich stetig verbessern und gegen wen ginge das besser als die absoluten Top-Leute der Liga. Der Tischtennisschläger wird also auch über den Jahreswechsel nicht zur Seite gelegt, sondern es heißt trainieren und sich gut vorbereiten auf die anstehende Rückrunde. Einziger Wehrmutstropfen und ein immer widerkehrendes Ärgernis für die Sportler ist die Hallensituation in ihrer Heimatstadt. So schließt die Stadt in den Ferien alle Sporthallen in Datteln und wie so oft in den vergangenen Jahren sind die Spieler hier auf andere Vereine angewiesen, um dort unterzukommen. Man sei es mittlerweile nicht anders gewohnt, auch wenn es mit erheblichem Mehraufwand für die Aktiven verbunden sei. Hoffnung auf Besserung haben die Dattelner nicht wirklich. Die Freude über ein herausragendes Jahr 2017 werde man sich aber sicher nicht nehmen lassen. Zu groß ist die Lust die aktuelle Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben und auch 2018 erfolgreich Tischtennis zu spielen!